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Gedichte
im Zeitalter des Internet? Keine Frage für uns. Und ebenso
sei festgehalten: Es gibt zwei Autoren, Jürgen Stelling und
Werner Bucher, die schicken sich (mit normaler Briefpost) nicht
nur täglich Postkarten, sondern öfters Gedichte zu und
antworten damit auf ein Poem des andern. Ist dies nun altmodisch
oder ein brandneuer Trend? Die Antwort erachten wir als simpel:
Wechselwirkung gehört zur Poesie. Die beiden Poeten fürchten
sich zudem nicht davor, von irgendwem mit der Bemerkung traktiert
zu werden, sie seien beeinflussbar. Sie sind es im Sinne,
dass sie äussere und innere Phänomene aufnehmen und
ins Wort umsetzen. Und je länger sie damit beschäftigt
sind, Gedanken, Welterfahrungen, Einsichten des andern und der
mancher andern ins Eigene zu transportieren, desto intensiver
wird die Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt. Da findet
man, wenn auch in ganz verschiedener Sprache, Schmerz und Wut
in den Gedichten der beiden, Tristesse und Freude, Humor und Bocksprünge,
Spiel und Ernst. Salopp gesagt haben in diesem Fall zwei ein Eisen
im Feuer; und sie wollen es weiter schmieden fern jeglicher
Schöngeisterei, in einer Welt, die von ihnen zugleich geliebt,
verspottet und kritisiert wird.
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