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Die
Nummer 90 der Schweizer Literaturzeitschrift orte galt der ungarischen
Dichterin Agnes Rapai. Daraufhin schrieb Barbara Traber in einer
Kritik: "Es ist zu hoffen, dass die so viel Lebendigkeit
ausstrahlenden, einzigartigen Gedichte von Agnes Rapai möglichst
bald in Buchform auf deutsch erscheinen werden." Hier liegt
das Buch vor; und wir können Gedichte lesen, die ganz vom
Heute herkommen, amerikanische Einflüsse mitunter nicht verleugnen
und doch in jeder Zeile unverkennbar von eben dieser Frau sind.
Das ständige Wechseln der Bilder, die wie Blitze aufscheinen
und, kaum hat der Verstand sie aufgenommen, durch neue ersetzt
werden, fasziniert; und gerade die Widersprüche zeigen, wie
sehr es Agnes Rapai um eine Balance geht. Hölderlin darf
zwar zu den Engeln fliegen, aber allzu lang soll er nicht bei
ihnen bleiben, denn sie sind todkrank. Die Bejahung unserer Existenz
trotz aller Zerstörung dies ist es, was die Lektüre
von Agnes Rapais Gedichten so einmalig macht. Das Poetische im
Hier und Jetzt begegnet uns in jeder Zeile.
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