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Eine
junge Frau aus der Steiermark sucht Arbeit in der Fremde. Sie
kommt in die Innerschweiz, ins Bergdorf Lungern. Sie wird Magd
auf einem Hof.
Die Berge sind nah und hoch und fremd. Die Arbeit in Haus und
Hof ist angenehm, das Essen ausgiebig, die Herrschaften freundlich.
Sie hat keinen Namen, sie ist die Magd.
Manche Leute im Dorf sind argwöhnisch. Sie ist eine Fremde,
eine Auswärtige. Sie wird ausgegrenzt, beobachtet. Sie verschliesst
sich den Menschen, sucht Zuflucht in der Arbeit, in der Natur,
baut sich ihre eigene Welt auf.
"Ich fühlte mich auf einmal entsetzlich allein."
Sie ist hin- und hergerissen zwischen der entrückten Heimat
und der hautnahen Fremde. Sie will zurück und flieht gleichzeitig
vor dem Zugriff der Vergangenheit. Sie richtet sich ein in der
Fremde.
"Ich liebte das Haus, die Wiesen, den Hof. Da war kein fremdes
Gefühl. Irgendwie fühlte ich mich daheim und geborgen."
Sie bleibt, sie heiratet den Sepp, sie bekommen eine Tochter,
die Heidy. Sepp stirbt, sie bleibt zurück mit ihrem Kind.
Sie leben am Rande des Dorfes.
"Das Mägdli, das ich gewesen bin, ist fortgegangen."
Dieses Buch ist ein wunderschönes, ein dichtes Dokument einer
behutsamen Annäherung. Einer Annäherung freilich, die
den fremden Blick, den Scharfsinn nicht verliert.
Das Buch strahlt Würde aus und Grösse, Poesie auch,
und Schalk, und Liebe.
Das ist das Verdienst der erzählenden Mutter.
Und: Das ist das Verdienst der schreibenden Tochter, die der Erinnerung
Raum gab.
Raum und Atem.
Zwischenraum.
(Gerhard Dillier)
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