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Vorreiter?
Nachbeter? Wiederentdecker? Es bleibt im Wesentlichen immer beim
gleichen Credo unserer Zeitschrift: Zu viele Informationsträger
bemühen sich darum, von bereits Berühmtem, Bekanntem,
Trendigem Gebrauch zu machen, um dabei zu sein, sich anzuschliessen,
Bekanntes noch bekannter werden zu lassen. Damit öffnet sich
eine Nische für weniger Bekanntes: eine Vorreiterrolle, um
Unbekanntes, das es zu entdecken gilt, der wachen und interessierten
Leserschaft näher zu bringen. Oder anderseits zu Unrecht
Vergessenes wieder in Erinnerung zu rufen, weil dieses oft Massstäbe
für das Nachkommende setzt, welche Hochgejubeltes in ihrer
vermeintlichen Haltbarkeit relativieren.
Was
wir die Redaktion der Literaturzeitschrift orte
nicht wollen, ist das Nachbeten. So stimmen wir nicht in das gegenwärtige
Kultgebahren mit ein, wie es ewig zu spät dem unsterblich
gewordenen Robert Walser zuteil wird. Wir sind uns einig: Robert
Walser ist ein Klassiker unter den Schweizer Autoren geworden,
bedeutender als er zu Lebzeiten schien. Aber man kann die gutgemeinte
Wiedergutmachung auch übertreiben. Wenn er als Dauerbeweis
dafür herhalten muss, dass man die Vergessenen auf lange
Frist schon nicht vergisst, falls sie es verdienen, dann gäbe
es noch andere, lebende und tote. Heiligsprechung ginge zu weit.
Beispiel
Hans Rudolf Hilty: Er war und ist kein Heiliger. Werner Bucher
und Ueli Schenker entschlossen sich trotzdem oder gerade deswegen
zu einem Wiedererweckungsversuch für einen Vorreiter. Das
Resultat ist die vorliegende orte-Nummer und ein Gedichtband in
der Reihe "fund-orte".
Ebenfalls lohnend scheint es uns, bei dieser Gelegenheit Margot
Ehrich und Christian Saalberg vorzustellen. Nie gelesen? Und die
Niederdeutschen? Unbekannt?
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