> Neuerscheinungen
 > Aktuell

 > orte-Krimi
 > Lyrik
 > fund-orte
 > zeitzünder
 > Romane
 > Diversicum
 > Poesie-Agenda

> orte-Newsletter 
> orte-Geschäfts-
   bedingungen


   
    Die Literaturzeitschrift
    der Schweiz:


    



    Fundorte:

   

 



  
    orte-Verlag
    Wirtschaft Rütegg
    9413 Oberegg

    Tel. 071 888 15 56
  > 
info@orteverlag.ch

   
    Aktuell!


   

   


    Mit Poesie
    durchs Jahr


    



orte Nr. 134

Man kann nicht immer nur ins Glas schauen und jammern

 

> Bestellen
> Zurück zur
   Zeitschrift-Übersicht

CHF 14.-
EUR 8.-

Bei unseren orte-Redaktionssitzungen geht es meist laut zu und her, wenn am Beizentisch die nächsten Nummern planen. An jenem Montagabend jedoch wurde nach einer zündenden Idee, einem neuen, herausfordernden Thema gesucht, und einen Moment wurde es ungewöhnlich still. Der Protokollführer kritzelte etwas auf ein Blatt Papier, die Serviertochter brachte einen Halben Roten und schenkte ein, und als alle einander zuprosteten, sagte Bruno Kümin, relativ neu in der Runde und vor Einfällen nur so sprudelnd: "Man kann nicht immer nur ins Glas schauen und jammern!

Der Satz schwebte über dem Tisch wie ein farbiger Luftballon, alle schauten ihm bewundernd nach und wussten sogleich: Eben dieser spontan hergesagte,
einprägsame Satz gibt den Titel eines orte-Heftes! Bruno Kümin protestierte zwar zuerst, aber es gab nichts daran zu rütteln; kein grosses Jammern erhob sich, sondern homerisches Gelächter und Freude. Einstimmig und gut gelaunt wurde beschlossen, einige Autorinnen und Autoren ­ nicht die griesgrämigsten ­ anzuschreiben und sie aufzufordern, sich etwas einfallen zu lassen zu diesem optimistischen Thema.

Wir Schweizerinnen und Schweizer sind berüchtigt dafür, nicht ungern zu jammern und zu klagen ­ über den Zustand der Welt oder das Wetter oder die Erhöhung der Krankenkassenprämien oder was auch immer uns gerade über die Leber gekrochen ist. Zudem scheint es esonders schwierig zu sein, ausgerechnet im Januarloch etwas Humorvolles, Witziges, Satirisches, Überraschendes zu schreiben. Trotzdem haben wir mehr Beiträge erhalten als
erwartet, und das Resultat kann sich sehen respektive lesen lassen, bei einem Glas Wein vielleicht. Und ich gebe es gern zu: Heimlich lache ich mir ins Fäustchen, dass ausgerechnet so viele Frauen Texte eingeschickt
haben, sogar aus dem Wiener Weinviertel.