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Bereits
1994 widmete orte eine Nummer rumänischen Lyrikerinnen und
Lyrikern. Dieses eindrückliche Heft verdankten wir dem Engagement
des Deutschrumänen
Klaus F. Schneider, der selber als Poet mit seinen Gedichten beeindruckt.
In seiner Nummer wurden unsern Leserinnen und Lesern unter dem
Titel "Wir haben überlebt" allerdings nur rumänisch
schreibende Autoren vorgestellt. Und beinah in all diesen meist
sehr starken Gedichten war der Zorn und das Leiden unter dem Ceausescu-Regime
noch immer Thema, manchmal direkt, dann indirekt, in Bildern verpackt,
aber immer poetisch.
In orte 143,
das Peter K. Wehrli nun mit Hilfe von Ueli Schenker für Sie
zusammengestellt hat, ist von diesem Zorn nicht mehr viel zu verspüren.
Das Gegenteil eher. Jedenfalls: Als PKW, wie ihn seine Freunde
nennen, vor
anderthalb Jahren gemeinsam mit Bruno Kümin unsere grossartige
Dada-Nummer in Angriff nahm (orte 136), erhielt er hunderte rumänischer
Gedichte, zum Teil in deutscher, zum Teil in rumänischer
Sprache. Und weil sie in der umfangreichen Dada-Nummer keinen
Platz fanden, schlug Wehrli an einer Redaktionssitzung vor, er
möchte aus dem Konvolut unbestellt zugesandter Gedichte ein
zweites Rumänienheft für orte machen.
Wir waren
von seinem Vorschlag begeistert; und es versteht sich, dass PKW
und
Ueli Schenker nicht nur aus den zugesandten Gedichten auswählten,
sondern auch nach weiteren starken Gedichten Ausschau hielten.
Aber es berührt schon, dass anders als im ersten Rumänien
gewidmeten Heft nun auf einmal dadaistische neben postmodernen
und hermetische Gedichte zu uns
kamen und solche, in denen Wie-Vergleiche geradezu überwiegen,
jedoch kaum solche mit politischem Inhalt. Auch in dieser Nummer,
da bin ich sicher, dürften Sie aber, um es direkt auszudrücken,
"sackstarke" Gedichte finden; nicht zuletzt jenes von
Klaus F. Schneider, das orte 143 den Titel gab.
Zu danken
haben wir auch Dieter Schlesak für seine wertvolle Unterstützung
bei der Arbeit zu diesem Heft.
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