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Die orte-Redaktion
setzt sich für die Literatur der andern ein: sie sammelt,
sichtet, stellt Hefte zusammen, schreibt Einführungen und
Kritiken, mit Begeisterung und ohne Eigennutz. Nur hin und wieder
beschäftigen wir uns mit uns selbst, machen Nummern, in denen
orte zum eigenen Thema wird. So hielten wir in orte 100 Rückblick
und liessen Leserinnen und Leser an unserer Arbeit teilhaben,
indem wir Protokolle unserer Redaktionssitzungen mit abdruckten.
Und schon orte 50 war ein solches Heft: damals hat man ein literarisches
Streitgespräch der orte-Redaktoren auf Band aufgezeichnet
und unter dem Titel "Chrüsimüsi" fast ungefiltert
veröffentlicht. Dazu kamen eigene Texte der Redaktoren, an
denen man überprüfen konnte, wie sich die Diskussion
zur Wirklichkeit des Schreibens verhielt.
Nun, da langsam
orte 150 herannaht, reizte es uns, ein Remake des damaligen Konzepts
zu versuchen: Die orte-Redaktion hat sich gewandelt (von der Mitarbeitern
der 80er-Jahre sind gerade noch Werner Bucher und Peter K. Wehrli
dabei), die Zeiten sind andere geworden - was würde da herauskommen,
wenn man es nochmals versuchte? Das vorliegende Heft zeigt das
Resultat dieses Experiments: Eine Diskussion, die diesmal zwar
nicht mehr auf Tonband festgehalten, sondern gleich per E-Mail
geführt wurde (der technische Fortschritt hat auch bei orte
längst Einzug gehalten). Die zwischen die Diskussionsbeiträge
geschalteten Texte der Schreibenden (wie die Kantone der Eidgenossenschaft
in der Reihe des Eintritts der Redaktoren in den Bund geordnet)
helfen aber hoffentlich, Vielfalt und Gegensätzlichkeit von
Stilen und Meinungen zu verdeutlichen, die bei orte vertreten
sind.
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