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Dieses Heft
wird manche überraschen - orte ist ja keine Zeitschrift für
klassische Musik, sondern für heutige Literatur. Es bedarf
also einer Erklärung, warum wir uns auf einmal so tief ins
19. Jahrhundert hineinknien:Vor bald anderthalb Jahren erhielt
orte-Redaktor Virgilio Masciadri eine Anfrage der Pianistin Anna
Merz, ob er zu einem Musiktheater über Robert Schumann das
Libretto verfassen möchte. Da er den grossen Romantiker mochte,
sagte er zu, erzählte davon an unseren Redaktionssitzungen
- und stellte überrascht fest, dass er in einen Club von
eingefleischten Schumann-Fans geraten war. Mehrere Redaktionskollegen
bewiesen dem Opernlibrettisten in spe nämlich unverzüglich,
dass sie den Komponisten nicht nur ebenso liebten wie er, sondern
auch viel mehr über ihn wussten. So begannen wir nachzusinnen,
wie wir das Theaterpublikum an dieser geballten schumannianischen
Kompetenz bei orte teilhaben lassen könnten, und kamen schliesslich
auf den Gedanken, ein Heft zu machen, das zugleich als Programm
zum mittlerweile auf den Namen Roberts Luftschiff' getauften
Theaterprojekt dienen könnte. Die zweite Überraschung
erlebten wir, als wir orte-Herausgeber Werner Bucher den Vorschlag
unterbreiteten: Denn dieser meinte zwar, dass ihm persönlich
Beethoven, Bruckner und Elvis näher stünden, fand aber
eine Schumann-Nummer trotzdem eine gute Idee - und so war das
Heft beschlossene Sache.
Und nun ist
es Wirklichkeit geworden - ein überraschendes Thema vielleicht,
aber gehört es nicht seit jeher zu orte, dass es seinen Lesern
Unerwartetes vorsetzt? Denn über gewohnte Grenzen hinaus
weisen auch die übrigen, eher orte-üblichen Beiträge
in diesem Heft, etwa Jeroen Dewulfs Nachruf auf den schweizerisch-karibischen
Dichter Tip Marugg.
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