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orte Nr. 149

Roberts Luftschiff

Musiktheater zu
Robert Schuman





 

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Dieses Heft wird manche überraschen - orte ist ja keine Zeitschrift für klassische Musik, sondern für heutige Literatur. Es bedarf also einer Erklärung, warum wir uns auf einmal so tief ins 19. Jahrhundert hineinknien:Vor bald anderthalb Jahren erhielt orte-Redaktor Virgilio Masciadri eine Anfrage der Pianistin Anna Merz, ob er zu einem Musiktheater über Robert Schumann das Libretto verfassen möchte. Da er den grossen Romantiker mochte, sagte er zu, erzählte davon an unseren Redaktionssitzungen - und stellte überrascht fest, dass er in einen Club von eingefleischten Schumann-Fans geraten war. Mehrere Redaktionskollegen bewiesen dem Opernlibrettisten in spe nämlich unverzüglich, dass sie den Komponisten nicht nur ebenso liebten wie er, sondern auch viel mehr über ihn wussten. So begannen wir nachzusinnen, wie wir das Theaterpublikum an dieser geballten schumannianischen Kompetenz bei orte teilhaben lassen könnten, und kamen schliesslich auf den Gedanken, ein Heft zu machen, das zugleich als Programm zum mittlerweile auf den Namen ‚Roberts Luftschiff' getauften Theaterprojekt dienen könnte. Die zweite Überraschung erlebten wir, als wir orte-Herausgeber Werner Bucher den Vorschlag unterbreiteten: Denn dieser meinte zwar, dass ihm persönlich Beethoven, Bruckner und Elvis näher stünden, fand aber eine Schumann-Nummer trotzdem eine gute Idee - und so war das Heft beschlossene Sache.

Und nun ist es Wirklichkeit geworden - ein überraschendes Thema vielleicht, aber gehört es nicht seit jeher zu orte, dass es seinen Lesern Unerwartetes vorsetzt? Denn über gewohnte Grenzen hinaus weisen auch die übrigen, eher orte-üblichen Beiträge in diesem Heft, etwa Jeroen Dewulfs Nachruf auf den schweizerisch-karibischen Dichter Tip Marugg.