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Das neue orte ist ein Heft der leichten, luftigen Art. Bloss weht darin eine uns unvertraute Luft, eine Meer-Luft. Denn vor einer Weile brachte die Berner Dichterin Vera Schindler, die von Berufs wegen Debatten im Berner Parlament protokolliert, einen bemerkenswerten Satz an eine orte-Redaktionssitzung mit: «Die Schweiz hat keinen Meeranschluss!» Und dies gab orte den Anstoss, der Beziehung von Schweizer Literaten zum Meer nachzuspüren. Denn gewiss schreiben diese in einem Land, das nirgends ans Meer stösst. Auch die rebellische Jugend der 80er-Jahre konnte mit ihrer Forderung „Freie Sicht aufs Mittelmeer – weg mit den Alpen“ daran nichts ändern. Hat aber nicht gerade deshalb das Meer für uns einen besonderen Reiz? Empfinden wir uns vielleicht gar als heimliche Seenation, weil unsere Berge nichts sind als aufgefalteter Meeresgrund? Antworten auf solche und ähnliche Fragen liefern die Texte in diesem Heft. Ausserdem stellt orte 159, das vom Zürcher Gestalter Ruedi Rüegg und seinem Team mit einem gelifteten Layout versehen wurde, Neuerscheinungen des orte-Verlags vor und lädt unter anderem zur Entdeckung der bulgarischen Poetin Tzveta Sofronieva ein.
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