| Drei
Gedichtbände in einem: Dies ist durchaus als Versuch zu werten, dem Gedicht
seinen vermeintlich elitären Charakter zu nehmen. Dazu besteht einiger Grund;
denn das moderne Gedicht, dies zeigt etwa die heutige Lyrik aus dem angelsächsischen
Raum, will die Zeit erkunden, das Alltägliche, "Gewöhnliche";
Rilkes Engel sind (womit nichts gegen Rilke gesagt sei) der Poesie des Kühlschranks
gewichen, den Autobahnen, dem Elend, der Freude eines jeden Tages. Davon
zeugen auch die Gedichte von Rolf Hörler, Werner Bucher und Martin Steiner.
Jeder dieser Autoren hat zwar einen andern Ton, eine andere Thematik und Form,
aber gemeinsam ist allen: Sie wollen Gedichte schreiben, die verstanden werden,
deren Aussage präzis ist. Wie verschieden dies von den drei Schweizern versucht
wird, fasziniert: Hörler etwa bricht in vielen seiner Gedichte unsere Chlichéwelt
auf, Bucher schildert eigenste Umwelterfahrungen (vor allem Erfahrungen aus Paris)
sehr direkt und jenseits der Metaphern der Innerlichkeit, während Martin
Steiners "Objektgedichte" die hintergründige Realität der
vordergründigen Realität sichtbar macht. Auf
drei Arten wird da Wirklichkeit und Gegenwart angegangen; und unversehens dürfte
der Leser in Versuchung geraten, auch seine Sicht der Welt ins Spiel zu bringen.
"Zeitzünder 1" könnte mithelfen, der modernen Lyrik neue Freunde
zu gewinnen.
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