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6. "Zeitzünder" sind ungemein kräftige Mundartgedichte des
grossen, im Januar 2001 gestorbenen Obwaldner Poeten Julian Dillier zu finden,
die unter dem Titel "Gredund anderi niwi Gedicht" zusammengefasst sind
und von Stammtischhelden berichten, die vor allem über Asylanten und Fremde
schimpfen. Ganz
anders wieder die Lyrik des jungen Aargauers italienischer Herkunft, Virgilio
Masciadri. Er bringt ungeheuer viel Bildung und Wissen in seine Gedichte ein -
jedoch mit einer poetischen Intensität, die fern langweiliger Gedankenpoesie
beheimatet ist und deutlich macht: Hier betritt einer die lyrische Bühne,
die mit Gewissheit keine Eintagsfliege bleiben wird. Das
gilt auch für den Ostschweizer (und bekannten Organisten) Erwin Messmer.
Politischer Mensch wie Dillier, beschwört er Kaputtes und Schönes, ironisiert,
spart aus, kritisiert, hebt in den Himmerl und schmeisst zur Erde - und schreibt
letztlich einfach Gedichte, die wirklich Gedichte sind.
Das Schlussstück des faszinierenden Buches bestreitet Alex Sadkowsky, dessen
Bilder und Radierungen keiner grossen Lobpreisung bedürfen und der nicht
nur ein grossartiger Maler, sondern ebenso ein verflixt eigenständiger Poet
ist. Wer seine Gedichte liest, meint desöftern, so, jetzt weiss ich, was
dieser Dichter ausdrücken will, aber im nächsten Augenblick entziehen
sich seine Texte mit einem listigen Purzelbaum und werden zu sadkowskyschen Wolken,
die über unsern Köpfen wunderschön dahinziehn.
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