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begegnet der Leser, die Leserin der in Zürich lebenden Ursula Hohler; sie
fängt in ihrer Mundart auf, was in ihrer einstigen Umwelt gewesen und was
in der heutigen ist. So stellt sie fest, dass "nume die wone Färnseh
hei / gseh hei / das niemer / niemerem zuelost" - "im Parlamänt"
natürlich. Auch leise Trauer kommt auf, wenn sie von ihrer Grossmutter schreibt,
die sie nie gekannt hat; ds vermeintlich Verlorene wird somit ein wenig Gegenwart,
weil es fern von Weltschmerz sich in einem Gedicht wiederfindet. Ueli
Schenker dagegen scheut sich nicht, als "Böser" aufzutreten, wenn
er im "Freibad" festhält: "Nichtschwimmer Maul halten";
oder wenn er schreibt, "aus jedem Haus wird Krieg/ (...) aus jeder Zahl /
ein Kreuz aus jedem eine Null". Er springt mit seiner Sprache geradezu, beleuchtet
angebliche Realitäten, stellt sie in Frage und nötigt uns, bereits mit
der nächsten Assoziation alles von neuem zu überdenken.
Anderes drückt der Appenzeller Peter Morger in seiner Ostschweizer "Lüürik"
aus: Der Teufener, der sich bereits als Romanautor einen Namen gemacht hat, erreicht
in seinen Mundartgedichten - wie ein Journalist in der "Appenzeller Zeitung"
schreibt - "wieder jene köstliche Sprunghaftigkeit des Erfolgsbuches
Notstrom', aber ein bisschen unverbrauchter und sprühender". Der
Aargauer René Sommer zeigt dafür in seinem Gedichtband "Indianer
ohne Land", dass wir Spuren nachgehen müssen, wenn wir erfahren wollen,
wie die von Industrie und moderner Gesellschaft zerstörte Welt einmal war.
Denn "sie haben den Fluss in einen Kanal gepresst" und "die Bauern
schauen den Rebhang an / sie sagen er ist verwildert". So werden die Steine
oft zu den letzten Zeugen, und es bleibt weiterhin Dichtern und Suchern vorbehalten,
zu retten, was rettenswert ist, zu wissen, dass jeder "Berg die Verbauung
von der Schulter" schieben kann.
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